GAG Immobilien AG

Frischer Wind im Kalker Norden

In den 1930er Jahren boomte die Industrie in Kalk noch. Firmen wie die Chemische Fabrik oder Klöckner-Humboldt-Deutz genossen Weltruhm, die Auftragsbücher waren gefüllt. Entsprechend viele Menschen arbeiteten in den Fabrikhallen und benötigten preiswerten Wohnraum im Stadtteil. Die damalige Gemeinnützige AG für Wohnungsbau (heute: GAG Immobilien AG) errichtete daher im Kalker Norden einfache und günstige Wohnungen für die Arbeiter und ihre Familien.

Der Wohnblock im Bereich Manteuffelstraße, Remscheider Straße, Falckensteinstraße, Albermannstraße hat sich seit dieser Zeit wenig verändert – nur der Zahn der Zeit hat in den vergangenen rund 80 Jahren unübersehbar an den Gebäuden genagt. 142 Wohnungen und zwei Ladenlokale umfasst der Block, der an Fassaden und Fenstern sowie in den Kellern mittlerweile  erhebliche Schäden aufweist. Die Grundrisse der Wohnungen
sind nicht mehr zeitgemäß, die Toiletten entsprechen nicht den heutigen Standards, und auch unter energetischen Gesichtspunkten hinken die Häuser den Ansprüchen des 21. Jahrhunderts meilenweit hinterher. Der einzige Vorteil: Diese Wohnungen sind relativ preisgünstig. Im Durchschnitt zahlen die Mieterinnen und Mieter 4,95 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.
Dennoch lässt sich dieser Zustand nicht auf Jahre hinaus  beibehalten. Mehrere Varianten wurden bei der GAG geprüft, mit einem eindeutigen Ergebnis: „Ein Neubau an dieser Stelle ist deutlich kostengünstiger und bringt für die Bewohnerinnen und Bewohner mehr als eine Sanierung des vorhandenen Bestands“,
erklärte Klaus Möhren, Leiter der Hauptabteilung Technik bei der GAG. Bei einem öffentlich geförderten Neubau beträgt die Kaltmiete 5,10 Euro pro Quadratmeter, bei einer Modernisierung wäre der Mietpreis auf 7,50 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Außerdem lassen sich auf diese Weise zeitgemäße Grundrisse und energetische Anforderungen deutlich besser umsetzen.

Geplant sind jetzt Neubauten mit insgesamt 140 Wohnungen, die aber insgesamt 8805 Quadratmeter Wohnfläche bieten – 60% mehr als bislang vorhanden. Die Größen variieren von Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen und decken so den unterschiedlichen
Bedarf im Veedel ab.
Dazu kommen eine Demenz-Wohngruppe für acht demenzkranke Menschen und Räume für das Bürgerbüro Kalk, das bereits an der Manteuffelstraße seinen Sitz hat und nach der Fertigstellung in neue Räumlichkeiten zurückkehrt. Neu angelegt wird eine Tiefgarage, der vorhandene grüne Innenhof bleibt erhalten und wird durch einen Kleinkinderspielplatz und ein Wegesystem aufgewertet. Alle Wohnungen haben dann Balkone oder Terrassen, für die Erdgeschoss-Wohnungen werden auch kleine Mietergärten eingerichtet.

Im Spätherbst 2012 beginnen die Arbeiten im Kalker Norden. Bis dahin werden für die verbliebenen Bewohnerinnen und Bewohner Wohnungen für den Übergang gesucht. „Wir führen mit allen Mieterinnen und Mietern persönliche Gespräche, um für jeden die individuell beste Lösung zu finden“, beschrieb Jochen Mauel, Leiter der Hauptabteilung Immobilienwirtschaft, das Verfahren. Der Neubau an dieser Stelle im Quartier ist ein baulicher Schritt, den Gesamtbestand der GAG in Kalk-Nord aufzuwerten. Mit rund 1100 Wohnungen ist Kölns größte Vermieterin auch hier die größte Anbieterin von Wohnraum. Im Gegensatz zu den geschlossenen Großsiedlungen in Höhenberg, Vingst oder Bickendorf aber nicht die einzige. Um das gesamte Quartier nach vorne zu bringen, ist ein Zusammenspiel aller Wohnungsunternehmen vor Ort erforderlich.
Aus diesem Grund hat die Kalkschmiede im vergangenen Jahr den „Wohndialog Kalk-Nord“ ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Einfach gut wohnen in Kalk-Nord“ suchen die großen Wohnungsbaugesellschaften und der Haus- und Grundbesitzerverein als Vertreter der privaten Hausbesitzer gemeinsam nach Möglichkeiten, die Wohnsituation vor Ort zu verbessern.
Das erklärte Ziel des Wohndialogs ist es, in Kalk-Nord qualitativ gute und bedarfsgerechte Wohnungen sowie Freiräume in
einer stabilen Nachbarschaft anzubieten. Außerdem sollen das Verantwortungsbewusstsein und die Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohner für ihr Wohnumfeld gestärkt, das Viertel langfristig stabilisiert und das Image aufgewertet werden. Und das alles bei einem möglichst niedrigen Mietniveau, um zu verhindern, dass die derzeitigen Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Viertel verdrängt werden. Neben dem baulichen Zustand vieler Häuser sind die Reduzierung des Mülls und die Stärkung des Sicherheitsgefühls im öffentlichen Raum weitere „Baustellen“
des Bündnisses. Und um die soll sich schon bald ein  „Veedelshausmeister“ kümmern, für den derzeit das Ausschreibungsverfahren läuft.

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50933 Köln

Tel: 0221 / 2011 0
Fax: 0221 / 2011 222
www.gag-koeln.de


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